Das große und das kleine Licht

„Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere“ (Gen 1, 16).

Die beiden großen Lichter habe ich in den letzten Wochen mit dem Apo abgelichtet. Hier die Sonne am 6. März 2026:

80mm Apo f/6, 0,8x Flattener, 2,5x Barlow, ASI MC Pro, Baader Sonnenfilter, 1.000 Frames je 12 ms.

Unser Zentralgestirn zeigt sich mit mehreren großen Fleckengruppen – ein normales Bild der letzten Jahre, während im Februar erstmals seit 2022 keine Flecken zu sehen waren. Flecken sind Zeichen höherer Sonnenaktivität, welche in einem Zyklus von elf Jahren schwankt und sich derzeit kurz nach ihrem Maximum wieder zurückentwickelt. Von Tag zu Tag kann man dabei – mit Teleskop und Schutzfilter – zusehen, wie die Sonne innerhalb von etwa vier Wochen rotiert und die Flecken über die Oberfläche wandern.

Die Flecken selbst sind etwas „kühlere“ Regionen auf der Sonnenoberfläche – „nur“ ca. 4.000 Grad im Vergleich zu den ca. 5.500 Grad anderswo. Aber da der Rest der Sonne im Mittel dann etwas heißer ist, strahlt sie im Maximum des Elfjahreszyklus etwa 0,1% mehr Energie ab als im Minimum.

Ein näherer Blick auf die Fleckengruppe zeigt ihre Detailstruktur – und ihre gewaltigen Ausmaße, wie der Vergleich mit der Größe der Erde deutlich macht:

Das „kleine Licht“ an unserem Himmel ist nicht ganz so monströs. Der Mond erscheint zufällig in etwa genauso groß wie die Sonne – er ist zwar in Wirklichkeit 400 mal kleiner, aber auch 400 mal näher:

Vollmond am Abend des 1. April 2026. 80mm Apo f/6, 0,8x Flattener, 2,5x Barlow, ASI MC Pro, 3.000 Frames je 4 ms.

Die nachfolgende Detailansicht zeigt den Krater Copernicus, etwas links der Mitte. Es war ein Versuch mit Infrarotfilter, wobei die erhoffte Kontraststeigerung allerdings eher überschaubar blieb.

Mondkrater Copernicus am 1. März 2026. 150mm Newton f/5, 2,5x Barlow, ASI 120 Mini, Astronomik 642nm IR-Passfilter, 10.000 Frames je 4ms.

Man erkennt das „Strahlensystem“ des Kraters, das nur um die Vollmondzeit zu sehen ist. Dabei handelt es sich um Auswurfmaterial, das beim Entstehen des Kraters durch Einschlag eines Asteroiden weggesprengt wurde. Da es auf dem Mond im Gegensatz zur Erde keine Verwitterung gibt, bleibt das Zeug über Jahrmillionen liegen und wird bei entsprechenden Lichtverhältnissen zur Vollmondzeit sichtbar.

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