Die ersten Beobachtungsversuche nach der Sommerpause gingen, wie sollte es anders sein, mit einigen Pannen einher. So brachte ich die erste vermeintlich klare Nacht im Feld auf 600 Meter Höhe zwei Stunden lang damit zu, bei voll aufgebauter Ausrüstung ein Wolkenfeld nach dem nächsten durchziehen zu sehen. Abends darauf war es dann tatsächlich klar, nur diesmal blieb ich auf dem heimischen Balkon. Jetzt ließ sich der Laptop partout nicht mit der Montierung verbinden. Nach mühseliger Suche fand ich die Ursache in einer geänderten COM-Port-Nummer des Betriebssystems. Nun gut. Mittlerweile stand der Hantelnebel M 27, das Objekt meiner fotografischen Begierde an diesem Abend, bereits ziemlich weit im Westen, so dass er noch genau 34 Minuten verwertbares Licht auf den Chip meiner ASI ZWO 2600 sandte, bevor er hinter der Balkonbrüstung verschwand.
Ein paar Abende später war der Himmel dann wieder wolkenlos, nur störte jetzt der Mond. Allerdings erzählt man sich ja von den seit einigen Jahren gebräuchlichen Schmalbandfiltern, dass sie selbst damit zurechtkommen. Einen Versuch ist es also wert – auch wenn die Bedingungen schon grenzwertig sind: Der Mond ist zu drei Vierteln voll und weniger als 60 Grad von M 27 entfernt. Ich sammele zwei Stunden lang Emissionslicht vom Nebel und Streulicht vom Mond ein. Zusammen mit den Frames der Vorwoche ergibt sich ein passables Resultat:

Der Hantelnebel ist ein so genannter Planetarischer Nebel, der aber mit Planeten nichts zu tun hat, sondern die Überreste eines kollabierten Sterns darstellt. Ein ähnliches Schicksal wird unsere Sonne in einigen Milliarden Jahren ereilen: Der Kern fällt unter dem Einfluss der Gravitation zusammen, wobei die äußeren Schichten in den Weltraum abgestoßen werden. Das Farbenspiel kommt durch die Elementen Wasserstoff (H-alpha, rot) und Sauerstoff (O-III, grün) zustande.
Seinen Namen hat der Nebel vom Anblick in kleineren und mittleren Teleskopen. Hier ist von den äußeren farbigen Schichten nichts zu sehen – stattdessen erscheinen die inneren hellen Bereiche in Form einer Hantel.
Zum Abschluss eine kleine Zeitreise. Meinen ersten fotografischen Versuch an M 27 habe ich 1996 unternommen – mit einem 500-mm-Teleobjektiv f/8 auf Diafilm. 2012 hatte ich dann eine Digitalkamera, die ich hinter einen achromatischen 400-mm-Refraktor f/5 montierte. Zwei Jahre später standen der heute noch genutzte Newton und eine Canon 6D zur Verfügung.

Eine Stufenleiter der Qualität. Von meinem obigen Bild bis zu denen zeitgenössischer Meisterfotografen sind es aber auch noch ein paar Sprossen.