Es ist die Zeit der kalten Winternächte, die – so sie klar sind – mit dem schönsten Sternenhimmel des Jahres aufwarten. Im „Wintersechseck“ der hellsten Sterne finden sich etliche Deep-Sky-Objekte, zu deren bekanntesten zweifelsohne die Plejaden und der Orionnebel gehören. Beide sind bereits mit bloßem Auge sichtbar, im Feldstecher oder kleinen Teleskop beeindruckende Objekte und auch mit bescheidenen Mitteln der Astrofotografie zugänglich. In einer langen mondlosen Nacht richtete ich vom Siegener Südostbalkon aus den Apo auf die Plejaden und anschließend den Newton auf den Orionnebel, beide Instrumente jeweils mit der Astrokamera zum Photonensammeln bestückt.
Die Plejaden, im Messier-Katalog unter der Nummer 45 verzeichnet, sind ein offener Sternhaufen von etlichen hundert Sternen in einer Entfernung von etwa 400 Lichtjahren. Die hellsten Sterne stellen in der griechische Mythologie die sieben Töchter des Atlas – daher auch die alternative Bezeichnung „Siebengestirn“ – samt ihrem Vater und ihrer Mutter Pleione dar. Die markante Form ähnelt einer Miniaturausgabe des Sternbilds des Großen Wagen, weshalb die Plejaden manchmal mit dem Kleinen Wagen verwechselt werden. Letzterer ist aber deutlich ausgedehnter und unscheinbarer. Das Foto enthüllt einen bläulichen Reflexionsnebel – hier wird interstellarer Staub von den Sternen angestrahlt, ohne selbst Licht auszusenden.

Der Orionnebel M 42 ist hingegen ein selbstleuchtender Emissionsnebel, der überwiegend aus Wasserstoff besteht. Ein heißer Stern im Zentrum ionisiert das Gas und regt es so zum Strahlen an. In den äußeren Gebieten dominiert rotes H-alpha-Licht, weiter innen leuchtet auch Sauerstoff in der O-III-Linie. Und ein wenig bläulich schimmernden Staub gibt es auch noch. Die Himmelsregion gilt als Sternentstehungsgebiet, in dem regelmäßig neue Sterne „geboren“ werden (indem ein Teil des Gases so weit kollabiert, dass in seinem Inneren die Kernfusion zündet) – etwa eine neue Sonne in zehntausend Jahren.
